Im Laufe der Jahre sammeln sich in der Familie die „Weisch no?“-Momente an. Also jene Momente, die in besonders guter Erinnerung geblieben sind. Unser Besuch im Riesenwald Elm reiht sich bei uns zweifelsohne in diese Kategorie ein. Denn es war ein wunderschöner Nachmittag – und das nicht, weil uns die örtliche Tourismusorganisation den Ausflug spendiert hat, sondern weil der Riesenwald ein echtes Highlight ist – und das aus mehreren Gründen: 

  • Grund 1:
    Direkt bei der Bergstation der Sportbahnen Elm befindet sich das Kinderparadies Ämpächli. Hier warten auf die Kinder gleich mehrere Attraktionen. Zum Beispiel gibt es zwei Riesentrampoline, auf denen herumgehüpft werden kann, ein Baumhaus mit Rutschbahn, Tretautos, eine Outdoor-Kegelbahn, einen grossen Sandkasten oder die Möglichkeit nach Gold zu schürfen. Ausserdem gibt es ein grosses Gasthaus mit Terrasse, von wo aus man bei gutem Wetter freie Sicht auf die Tschingelhörner hat. Und das führt uns zu Grund 2.

  • Grund 2:
    Unter dem grossen Tschingelhorn befindet sich auch das Martinsloch. Ein Durchbruch – oder eben Loch – mitten durch den Felsen. Das sieht man nicht alle Tage. Ausserdem gehören die Tschingelhörner zur Tektonik-Arena Sardona und damit zum Unesco-Welterbe. In der Tektonik-Arena lässt sich die Entstehung der Alpen erleben. Wie vom „Ämpächli“ aus gut zu sehen ist, zieht sich durch die Tschingelhörner waagrecht eine schnurgerade Linie. Diese Linie hatte sich gebildet, als sich eine Gesteinsschicht über eine andere schob. Gemäss der Homepage unesco-sardona.ch begann sich vor 100 Millionen Jahren die afrikanische Kontinentalplatte mit rund 2 Zentimetern pro Jahr Richtung europäische Platte zu nähern. Langsam entstand eine riesige Knautschzone im Untergrund, und die Alpenbildung begann. Die europäische Platte wich nach unten aus und wurde dabei langsam im Erdmantel versenkt. Teile der Platten wurden abgeschabt und als riesige Gesteinspakete übereinandergestapelt. Gleichzeitig wirkte auch die Erosion, Täler und Berge entstanden. Dass man hier millionenalte Geschichte mit blossem Auge sehen kann, dass finde ich faszinierend. Meine Kinder allerdings interessierten sich deutlich mehr für Goldschürfen und Glacé.

     

  • Grund 3:
    Das ist der Riesenwald Elm, der direkt beim „Ämpächli“ startet. Der Eintritt ist gratis. Der zweieinhalb Kilometer lange Weg liegt grösstenteils im Wald und ist kinderwagentauglich. Allenthalben gibt es Brätelsstellen – Holz ist vorhanden – sowie 17 Stationen. Und diese Stationen sind sehr gut gemacht. Zum Beispiel gibt es eine Hütte, die auf dem Kopf steht. Der Riesenriese hat sie aufs Dach gestellt, nachdem ihm ein anderer Riese ein Streich gespielt hatte. Das führt dazu, dass sich Tisch und Stühle dort befinden, wo sonst normalerweise die Decke ist. 

    Es gibt auch ein Ohrenbaum, wo man dem Riesen etwas in Ohr flüstern kann. Eine überdimensionale Schiefertafel. Ein Flying Fox, mit dem man den Hang runtersausen kann. Oder eine gigantische Hängemätte, die zur Mutprobe für die kleinen und grossen Besucher wird. 

Im Riesenwald Elm ist aber nicht nur Mut gefragt, es gibt auch ein Kräutergarten oder ein Gästebuch, wo man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Ausserdem erfährt man einiges über die Tektonik-Arena Sardona. Und fast am Ende gibt es auch noch einen Riesenwasserspass. Bilder konnte ich davon leider keine mehr machen, weil der Handy-Akku schlapp gemacht hat. Es gibt eben viel zu sehen und knipsen im Riesenwald in Elm. 

Übrigens gäbe es auch noch einen Grund 4: Vom „Ämpächli“ könnte man nämlich mit dem Trottinett oder dem Mountaincar ins Tal runtersausen. Diese können vor Ort gemietet werden. Wir haben an diesem Tag auf diesen Spass verzichtet, „amächelig“ ausgesehen hat es aber schon – und die Piste schien nicht allzu brutal, sondern kinderfreundlich zu sein. Diesen Grund 4 werden wir gerne auch noch testen – denn es war hoffentlich nicht unser letzter Besuch im Riesenwald und im Kinderparadies.


Anreise

Öffentlicher Verkehr

Der Riesenwald ist gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Mit dem Zug geht es bis nach Schwanden, dort muss man auf den Bus umsteigen. Dieser bringt einen direkt bis zur Station „Elm Sportbahnen“. Von dort geht es mit der Gondelbahn hinauf zum Bergrestaurant Ämpächli. Beim Bergrestaurant befindet sich auch der Ausgangspunkt zum Riesenwald. Elm gehört zum Ostwind-Tarifverbund. 

Auto

Natürlich ist die Anreise auch mit dem Auto möglich. Bei der Talstation der Sportbahnen Elm gibt es gratis Parkplätze.  

Gondelbahn

Die Retourfahrt kostet:

  • Erwachsene 18 Franken
  • Senioren 15 Franken
  • Kinder 9 Franken

Der Zugang zum Riesenwald ist gratis.


Verpflegung

Beim Riesenwald gibt es zwei Restaurants. Das „Ämpächli“ und das „Älpli“. Hier kann man sich verpflegen und auf den Terrassen die Sonne und die Natur geniessen. Ausserdem gibt es im Riesenwald zahlreiche Brätelstellen. Verpflegung aus dem Rucksack ist also auch möglich. 


Elmer Citro Quellenweg

Der Besuch im Riesenwald lässt sich gut mit einem Abstecher auf den Elmer Citro Quellenweg verknüpfen. 


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